Erfreuliches & Kurioses - Anekdoten -- die Mücke - Mistkäfer - LUENGA - LA PALOMA - KAI - MINNIE - Fritzi Martes - GAMMA - das Karma -

Man kann nicht jeden Tag etwas Grosses tun ,

aber gewiss immer etwas Gutes

Die Mücke

Eine wahre Geschichte über das Karma das sich jeder selber schafft

© Renate Ortel

Es ist schon lange, lange her, aber in meinem Gedächtnis gut in Erinnerung. Ein Freund meines Vaters hatte es mit viel Geschäftssinn - nach dem 2. Weltkrieg - zu erheblichem Reichtum gebracht. Seinem sozialen Status angepasst, war die Jagd sein Hobby. Seine Villa war vollgestopft mit Trophäen, abgeschnittenen Köpfen mit leblosen Glasaugen, Geweihen, Fellen usw. Da Herr XXXX es sich finanziell leisten konnte, gönnte er sich hin und wieder eine besondere Adrenalinspritze:

eine SAFARI irgendwo in Afrika.

Dort konnte er dann Löwen, Tiger, Elefanten und dergleichen mehr erlegen (damals war das noch erlaubt) und stolz zur Ausrottung dieser Tierarten beitragen.

Über das KARMA, das er sich mit seinem Hobby geschaffen hat, gibt es keine Zweifel.

Eines nachts stach ihn eine MÜCKE.

Krank wurde er nach Deutschland ausgeflogen, wo er bald darauf an Malaria verstarb.

Die MÜCKE hatte ihn - den reichen Grosswildjäger - erlegt !

Man sollte nicht vergessen, daß wir in einer Welt der Insekten nur Gäste sind.
Und am Ende von ihnen verzehrt werden...... 
                                                                 Mark Benneke

US-Insektenforscher benannten drei neu entdeckte Mistkäfer-Arten nach US-Präsident George W. Bush, seinem Stellvertreter Dick Cheney und seinem Verteidigungsminister Donald Rumsfeld.

Der Agathidium bushi, der Agathidium cheneyi und der Agathidium rumsfeldi wurden erstmals in der März-Ausgabe des "Bulletin of the American Museum of Natural History" vorgestellt.

Ein anderer Käfer heißt wegen seiner Kopfform Agathidium vaderi, nach dem "Star Wars"-Bösewicht Darth Vader

Warum LUENGA “Luenga” heisst!

© Renate Ortel

Im Juni 2001 flogen ZARA & MARA, 2 Hunde von Las Palmas nach Düsseldorf.

Meine Freundin Mila half mir beim Transport der Hunde zum Flughafen, aber vorher musste sie noch etwas gemeinsam mit ihrem Mann erledigen. Dabei mussten sie durch den sechsspurigen (Stadt-)”Tunnel Luengo” fahren, der an einer grossen Kreuzung mit Ampeln endet. Kurz hinter der Tunnelausfahrt mussten sie darum anhalten und Mila hörte ein leises, dünnes miauen. Sie wunderte sich sehr darüber “an dieser Stelle” und guckte um sich. Da sah ihr Mann, der rechts im Wagen sass, einen kleinen Katzenkopf aus einem Abflussloch im Bordstein des Notweges hervorgucken.

Doch jetzt schaltete die Ampel auf grün und sie mussten weiterfahren. Als Mila eine Stunde später mich und die Hunde abholte und mir davon erzählte, fuhren wir nochmal dort vorbei, hatten aber keine Zeit, weil wir zum Flughafen mussten und die Rettung an dieser Stelle ziemlich kompliziert und gefährlich war.

Fast 3 Stunden später, auf dem Rückweg vom Flughafen, fuhren wir wieder zum Tunnel, diesmal vorbereitet mit Box, Handschuhen etc. Wir parkten in einer angrenzenden Strasse und liefen auf dem Notweg bis zu dem Loch im Bordstein. Zum Glück war jetzt auch etwas weniger Verkehr, denn um in das Loch zu greifen, musste man sich davor auf die Fahrbahn knien, was nur ging wenn gerade keine Autos kamen.

Zudem war das Loch sehr eng, sehen konnte man gar nichts.

Mila hatte den Mut OHNE Handschuh auf “Gut Glück”hineinzugreifen !

Ich bewachte derweil den Verkehr, denn zwischen jedem Pulk waren nur wenige Sekunden Zeit.

Tatsächlich bekam Mila das kleine Köpfchen zu fassen und zog daran eine vergammelte, schwächliche, halbverhungerte kleine Katze hervor.

Wie das Katzenbaby an diese Stelle gekommen war, bleibt uns ein Rätsel. Wahrscheinlich wurde sie hineingesteckt, denn keine Katze geht freiwillig ausgerechnet dort hin. Sie wäre auf jeden Fall entweder verhungert oder überfahren worden.

Jetzt kam sie sofort zum Tierarzt und an den Tropf und ihr Name stand auch gleich fest: “LUENGA”.

LUENGA lebt jetzt in Köln.

La Paloma

die Geschichte von der zweibeinigen und der vierbeinigen Taube

© Renate Ortel

Paloma ist das spanische Wort für Taube.

Vor einigen Jahren, eines nachts im August, beim letzten Gassi gehen des Tages mit meinem Hund “Willow”, machte mich Willow auf eine kranke Taube aufmerksam, die in der Ecke einer Garageneinfahrt lag.

Ich brachte also Willow nach Hause und ging mit einer Transportbox und einem Tuch zurück um die Taube zum Tierarzt zu bringen. Es war ca. 23:00 Uhr. Bei meinem Tierarzt ist die Praxis rund um die Uhr geöffnet.

Das Tuch war dafür gedacht, die Taube einzuwickeln, denn fast alle Tauben haben Parasiten und in den meisten Fällen sind die Vögel vergiftet worden und wir müssen sie einschläfern. Sobald das Tier stirbt flüchten diese, einer Fliege ähnlichen Parasiten blitzschnell, um sich einen neuen Wirt zu suchen. Als wir die Taube beim Tierarzt untersuchten, konnten wir jedoch weder Parasiten noch konkrete Symptome entdecken, also beschloss ich sie wieder mitzunehmen und einige Zeit zu pflegen und zu beobachten.

Nicht weit von der Klinik entfernt ist eine grosse Strasse mit 4 Fahrbahnen, die von anderen Strassen gekreuzt wird und die nach einigen hundert Metern jeweils zu einem stark befahrenen Kreisverkehr führt. Diese Strasse hat ausserdem in der Mitte eine Art Promenade mit Bänken.

Gerade als ich die grosse Strasse überqueren wollte, sah ich einen grauen Schatten auf dem dunklen Asphalt huschen. Es war ein kleiner, dunkelgrauer Hund der einen sehr nervösen Eindruck machte. Er schien alleine zu sein, trug kein Halsband und keine Leine.

Im nahen Umkreis war um diese Zeit niemand zu sehen, nur einige Autos. Ich lief dem kleinen Hund hinterher, aber der liess sich nicht locken, rannte vor mir weg Richtung Kreisverkehr. Farblich war er kaum von der Fahrbahn zu unterscheiden und meine Sorge wuchs mit jedem Meter.

Zumindest musste ich versuchen ihn von vorne zu stoppen und in die andere Richtung zu treiben. Also rannte ich mit der Taube im Käfig noch schneller und hatte “Glück”, dass ein paar Halbwüchsige den kleinen Hund mit einem Feuerzeug noch mehr verängstigen wollten.

Im Vorbeirennen beschimpfte ich sie, aber trotzdem hatten sie ungewollt geholfen.

Der kleine Hund flüchtete nun auf der Promenade unter eine Bank, auf der zwei Koreaner sassen. Es war die letzte Bank vor dem Kreisverkehr!!!

Auf deutsch sagte ich zu dem Hund, wie dumm er sei, ausgerechnet zu Koreanern zu flüchten, wo die ihn doch nur “auffressen” würden, wenn sie ihn mitnähmen…

Ich setzte mich auf der Rückseite der Bank auf den Boden und begann beruhigend auf den Hund einzureden, zeigte ihm die Taube im Käfig, um sein Interesse zu wecken.

Trotz der absolut skurillen Situation schenkten die Koreaner weder mir noch dem Hund Beachtung.

Eine Tatsache ist: in Las Palmas laufen viele Verrückte herum, da kümmert sich keiner um irgendwas oder irgendwen.

Zentimeterweise rutschte der kleine Hund näher. Ich durfte ihn nicht wieder erschrecken, musste ihm Zeit lassen Vertrauen zu gewinnen. So machte ich mich daran erstmal in Ruhe das nicht gebrauchte Tuch (weil die Taube noch lebte) in Streifen zu zerreissen und daraus Halsband und Leine zu basteln. Dann streifte ich das dem kleinen Hund über den Kopf, zog fest und atmete erleichtert auf. Die Fangaktion war soweit geglückt ! Es hatte auch lang genug gedauert.

Problemlos und willig ging PALOMA - wie ich sie sofort taufte – mit, wieder zum Tierarzt, der natürlich ziemlich erstaunt war und lachend feststellte, dass ich jetzt, nach Mitternacht, nochmal da stand, diesmal mit der Taube im Käfig und einem Hund unterm Arm.

PALOMA war etwas ungepflegt und verfloht, aber ansonsten schien sie gesund zu sein. Der Tierarzt gab mir ein Halsband und Leine und da es kein Rüde war, konnte ich PALOMA mit zu mir nach Hause nehmen, wo sie fast zwei Monate lang, bis zu ihrem Abflug geblieben ist.

Die zweibeinige Paloma-Taube ist auch erst wenige Tage vor der vierbeinigen PALOMA in die Freiheit abgeflogen, nachdem sie mit Antibiotika behandelt und entwurmt worden war und mit reichlich Fressen zu Kräften gekommen ist.

Sie war die 1. Taube, die in diesem Jahr überlebt hat (!) und ohne sie wäre auch die vierbeinige PALOMA nicht gerettet worden.

An Zufall glaube ich nicht, dafür sind mir im Tierschutz schon zuviele extrem merkwürdige Sachen passiert.

Wie KAI zu ihrem Namen kam

Die Geschichte von der Hündin “KAI”,

© Renate Ortel

Am Morgen, als ich mit meinen Hunden Gassi ging, sah ich vor dem Haus auf der anderen Strassenseite, einen Hund.

Mein “Rudel” hatte den auch gleich erblickt und der fremde Hund ergriff die Flucht, wobei er fast vor ein Auto lief, dann aber einen Bogen machte und bei mir vor der Haustür stehen blieb. Leider konnte ich unter den gegebenen Umständen nichts tun, musste erst meine Hunde ausführen. Es dauerte nicht lange und die Hündin rannte wieder über die Strasse in Richtung Fussgängerzone.

Ich drehte die Runde mit meinen Hunden und traf dabei Montse, die Frau, die hier im Umkreis die Katzen füttert. Sie hatte die fremde Hüdin heute auch schon laufen sehen.

Etwa eine Stunde später rief Montse an und sagte, die Hündin sässe jetzt vor dem Deutschen Konsulat, falls ich sie suchen würde. Ich musste aber erst zu meiner Bank, die in der anderen Richtung liegt. Banken, Postämter und andere öffentliche Stellen sind hier nur vormittags geöffnet und ausserdem meist sehr voll, was mit stundenlangem Zeitaufwand verbunden immer ein unangenehmer Punkt in meinem Terminkalender ist. So auch an diesem Tag. Die Warteschlange reichte bis vor die Tür.

Ich beschloss darum es später nochmal zu versuchen, sofern möglich, und erst nach dem Hund zu suchen. Nun ist vor der Bank ist ein ambulanter Stand, an dem ein alter Mann Schlüsselduplikate herstellt. Auch da musste ich seit Tagen hin, aber der Stand hat keine regelmässige Geschäftszeit. Jetzt war der Mann gerade da und obendrein hatte er keinen Kunden, also liess ich einen Schlüssel nachmachen.

Während ich mit einiger Sorge um die Hündin dort stand, kam DIE plötzlich aus Richtung Bank her über die Strasse gelaufen - genau aus der entgegengesetzten Richtung, in der ich sie eigentlich suchen sollte /wollte.

Halsband und Leine hatte ich ja schon mitgenommen, also lief ich ihr entgegen. Als ich ihr ein paar Worte zurief kam sie sofort angerannt, freute sich und liess sich willig an die Leine nehmen. Sie trug ein schmales Halsband, dass ihr viel zu eng war. Wahrscheinlich hatte man es seit dem Welpenalter nie gewechselt.

Da ich bei der Menge an Fundtieren Schwierigkeiten habe, mich an alle Namen zu erinnern und um sie nicht zu verwechseln, gebe ich gerne Namen, die mit der Begebenheit in Zusammenhang stehen.

Nun konnte ich sie ja nicht “Schlüssel” taufen, das spanische Wort “Llave” war auch nicht geeignet, aber englisch “Key” hörte sich nicht schlecht an und wenn man es falsch ausspricht, wird daraus “KAI”, noch besser.

Ich habe den Eindruck KAI hat mich den ganzen Morgen gesucht um ihr das Tor zu öffnen zu einem besseren Leben, denn auch hier war alles Fügung und nicht Zufall

Die (Kranken-)Geschichte von MINNIE

© Renate Ortel

Ihren Namen bekam MINNIE von meinem Tierarzt, weil sie dort Dauergast war und von allen meinen Fund-Hunden die Kleinste ist.

Am 22.06.99 wurde sie mir von meinem Nachbarn gebracht, der sie nachts alleine auf der Strasse gefunden hatte. MINNIE war todkrank, noch 1 Tag länger ohne ärztliche Versorgung, wäre sie an Bauchfellentzündung gestorben, denn ihr Bauchraum war total vereitert. Ausserdem hatte der Eiter schon 2 Fisteln gefressen und sie hatte einen Bruch. Der Eiter hatte die Gedärme verlagert.

Zuerst wurde sie also operiert und eine Drainage im Bauch verlegt. Täglich musste sie zum Arzt zur Spülung. Nach knapp 14 Tagen war alles verheilt, der Eiter versiegt, die Drainage gezogen und die Fisteln geschlossen.

Nun wurde (im Juli) der Bruch operiert. Im August wurde MINNIE läufig und dadurch gab es eine Verzögerung.

Am 2. September konnte sie dann kastriert werden. Bei der Operation stellte sich heraus, dass ein Eierstock fehlte. An der Stelle, an der eigentlich der Eierstock sein sollte, hatte sie eine Zyste voller Sand. Die wurde natürlich auch entfernt. Der “verlorene” Eierstock könnte noch im Körper sein, was heisst, dass MINNIE nach 5 Monaten wieder Anzeichen einer Läufigkeit bekommen könnte. Sie hat aber nun keine Gebärmutter mehr, kann also nicht trächtig werden. Es kann auch sein, dass sich der “verlorene” Eierstock im Körper bzw. in der Sandzyste aufgelöst hat und gar nicht mehr existiert.

Insgesamt ist es ein Wunder, wie sie das alles überstanden hat und ohne jegliche Probleme. 3 Operationen im Bauchraum innerhalb von 3 Monaten. Jeweils am Tag nach der Operation lief sie bereits herum als ob nichts gewesen wäre, fröhlich, glücklich und zufrieden. Mein Tierarzt hatte sich direkt in sie verliebt, denn sie war ausserdem ein braver, unkomplizierter Patient.

Nun brauchte MINNIE zu ihrem Glück nur noch ein richtiges Frauchen, mit der sie ihren Lebensabend verbringen kann, denn so jung war sie nicht mehr. Wir haben sie auf mindestens 7 Jahre geschätzt, ehemals schlecht gepflegt.

P.S. In Deutschland musste MINNIE später nochmal operiert werden, weil sie wieder einen Bruch hatte.

Die Geschichte von Fritzi Martes “ El Golfo”

© Renate Ortel

Jeden Tag, wenn Mila - eine Freundin von mir - ihre kranke Mutter besuchte, fütterte sie dort, in der Umgebung des Stadions, einen Hund, der sich im Umfeld einiger streunender Katzen aufhielt. Sie erzählte mir davon, aber da es so viele Tiere auf der Strasse gibt und ich auch nicht allen helfen kann die ich nicht selber schon gesehen habe, weil das finanziell gar nicht möglich wäre, geriet dieser Hund immer wieder in Vergessenheit. Es war ein Rüde und somit konnte er zumindest nicht trächtig werden.

Vorrang gebe ich grundsätzlich den Weiberln, den Welpen, alten, offensichtlich kranken oder verletzten Tieren. So vergingen Wochen und Monate und die Silvesternacht stand bevor, mit Feuerwerk und Knallerei. Mir tat der Hund leid, da ich ja nun von seiner Existenz wusste.

Am 1.1.2000 ging Mila wieder zu ihren Eltern und suchte dabei erneut nach dem Hund, fand aber an Stelle des Hundes “nur” einen verletzten Siamkater, den RICKY, der später nach Köln vermittelt wurde. Der Hund hielt sich wahrscheinlich noch angstvoll versteckt.

Am 3. 1. bekam ich einen Anruf von Deutschen, die hier Urlaub machten und einen Hund “retten” wollten, ihn auch adoptieren wollten, aber keinen Hund “fanden”…

Ich verabredete mich mit ihnen für den 4.1. um zusammen mit ihnen an Stellen zu fahren, wo immer viele ausgesetzte Hunde herumlaufen. Dabei fiel mir aber auch “der Hund am Stadion” ein.

Mila nannte ihn “El Golfo” (der Strassenjunge).

Ich schlug darum den Deutschen vor, zuerst nach ihm zu gucken. Wir parkten, gingen um die erste Ecke und ich sagte gerade “hier riecht es nach Katzen”, da kam uns auch schon der Hund entgegen gelaufen. Problemlos liess er sich Halsband und Leine anziehen. Dann ging es zum Tierarzt. Wir nannten ihn “MARTES”, weil es Dienstag war.

Sie flogen am Wochenende schon wieder ab und ich sagte, der Hund kann nur mit, wenn er gesund ist und 30 Tage zuvor geimpft wurde.

MARTES “El Golfo” war nicht gesund. Er hatte die Herzwurmkrankheit, deren Heilung gut 6 Wochen dauert.

So überredete ich die Leute an Stelle von diesem Hund einen anderen, armen Hund mitzunehmen, der bereits geheilt und gesund ist.

Da war der VIPS, der schon seit 1 Jahr bei mir war, in den letzten 6 Monaten in der Hundepension wartete. Keiner wollte ihn haben, weil er humpelt. VIPS hatte damals, als ich ihn fand, ausser der Verletzung am Bein auch die Herzwurmkrankheit gehabt, aber er war jetzt gesund und reisefertig.

Nach einigen Diskussionen hatte ich die Leute überzeugt. Sie nahmen VIPS mit und in Pflege.

Eine Woche später rief mich empört eine Frau an, die in der Nähe des Stadions wohnt. Sie hatte gehört, dass ich den Hund vom Stadion "geholt hatte" und wollte nun “ihren” Hund wiederhaben. Ich sagte zu ihr, dass der Hund immer alleine auf der Strasse gesehen worden wäre, keinen Microchip hatte und dass er an Filarias erkrankt ist, ohne Behandlung also langsam aber sicher sterben würde. Wenn es ihr Hund sei, solle sie zuerst beim Tierarzt die Behandlungskosten bezahlen. Ausserdem würde ich gegen sie Anzeige erstatten wegen fehlendem Chip, fehlender Impfung, Behandlung, Pflege und Hygiene (jede Menge Parasiten) und weil er alleine herumlief.

Schimpfend legte sie auf und hat sich auch nie wieder gemeldet.

MARTES bekam sofort einen Microchip auf meinen Namen, für alle Fälle.

Am 14.3.2000 flog FRITZI, wie wir ihn inzwischen umgetauft hatten, nach Deutschland. Er kam zu den Leuten die VIPS (mit)genommen hatten und die VIPS nun auch behalten wollten.

VIPS & FRITZI vertrugen sich aber leider nicht, waren beide eifersüchtig. Darum wurde für FRITZI ein passendes Zuhause gesucht.

Die Rettung von FRITZI MARTES “El Golfo” hatte somit indirekt noch anderen Tieren geholfen, nämlich dem Kater RICKY und dem VIPS.

In Deutschland habe ich sie besucht. Es freut mich, dass es allen sehr gut geht.

Gamma(globolina)

© Renate Ortel

Es geschah vor einigen Jahren in der Karnevalszeit. Ich hörte Stimmen im Treppenhaus des grossen Mietshauses, in dem ich seit 1980 wohne. Also ging ich nachsehen und traf den Hausmeister und mehrere Nachbarn. Auf der Treppe sass eine sehr kleinwüchsige, zitternde Mischlingshündin, Pudel-Terriermix. Sie war scheu und ängstlich und rannte weiter nach oben. Ich bat alle anderen Leute zu gehen und setzte mich zu ihr auf eine Treppenstufe. Sie liess sich nun streicheln. Weil ich es - wie meist - eilig hatte und nicht mit Leine und Halsband ausgerüstet war, beschloss ich sie in meine Wohnung zu tragen. Der Hund war klein und leicht und ich darum leichtsinnig. Ich wollte sie unter den Arm nehmen.

Da drehte sich der Zwerg blitzschnell um und biss mir in die Hand, danach durfte ich sie problemlos abtransportieren.

Aber was nun? Arzt oder selbst verarzten? Ich ging zu einem Arzt in der Nähe: Geschlossen. Ich rief meinen Tierarzt an. Der riet zu Gammaglobolina. Also ging ich in die Apotheke und kaufte das. Nun brauchte ich noch einen Arzt oder MTA um die Spritze zu setzen. Weil Rosenmontag war, arbeitete jedoch fast keiner. Schliesslich fand ich eine Praxis, jedoch nicht ganz in der Nähe. Ich ging zur nächsten Bushaltestelle, aber wegen Rosenmontag war die Haltestelle verlegt worden. Also beschloss ich doch zu laufen. Derweil dachte ich nach und mir kamen mit jedem Schritt mehr Bedenken bzgl. der Sicherheit von Gammaglobulina (Blutplasmagemisch), denn ich hatte erst kürzlich einen Bericht darüber gelesen. Trotzdem ging ich weiter Richtung Arzt. Als ich fast vor der Praxis angekommen war,

sah ich einen jungen HUND.

Verängstigt und hektisch lief er/sie auf dem Bürgersteig umher, immer wieder Richtung Fahrbahn mit starkem Verkehr. Diese Hündin MUSSTE ich retten! Sie flüchtete vor mir in ein offenes Fotogeschäft und dort unter den Ladentisch. Ich kam hinterher, schloss die Tür und lag sofort ebenfalls unter dem Ladentisch. Von dort erklärte ich der erstaunten Verkäuferin die Situation und bat um eine Kordel. Sie war froh, dass ich den Hund mitnehmen wollte, denn es war kurz vor Ladenschluss.

Auch der Arzt würde in 10 Minuten seine Sprechstunde beenden und mit Hund Nr. 2 unter dem Arm konnte ich dort sowieso nicht erscheinen.

ICH sah es als eine Fügung des Schicksals an.

Hund Nr. 1 habe ich ABRIL getauft, wie die Strasse in der ich wohne,

Nr. 2 wurde natürlich GAMMA genannt

Beide wurden gut vermittelt, ABRIL in München und GAMMA (später CINDY) in der Kölner Gegend. Leider ist GAMMA-CINDY dort voriges Jahr (2005) an ausgelegten Giftködern gestorben.

Und NOCHEINMAL ein neues Beispiel für schlechtes KARMA:

27.Mai 2006

Reifen-Unternehmer Michelin ertrinkt beim Angeln

Der 43-jährige Edouard Michelin, Chef des weltgrößten Reifenherstellers Michelin (130.000 Angestellte in 140 Ländern) ist beim Barsch-Angeln vor der französischen Küste ertrunken. Das Fanggebiet in der Meerenge vor der Insel "Ile de Sein" gilt wegen Strudeln, Untiefen, Felsen und Strömungen als eines der gefährlichsten Fahrwasser der Region. Das Boot mit dem sie ihrem Hobby fröhnten, gehörte dem Vorsitzenden des örtlichen Fischereikomitees, einem erfahrenen Steuermann.

Michelin´s Leiche wurde zwischen Fischkörben treibend geborgen. Der reiche Grossunternehmer hinterlässt seine Frau und sechs Kinder. Das Fischerboot und der Steuermann werden weiter vermisst.

 

 

 
 
LUENGA
 
 
 
 
 
 
FRITZI MARTES
 
VIPS